Predigt: Gemeinde ist andauernde Vergebung
Heiko Kuschel 18. Oktober 2020 - 12:09

Liebe Gemeinde!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Vielleicht werde ich alt. Irgendwie ertappe ich mich immer öfter bei dem Gedanken: „Früher war alles besser“. 

Ich meine damit gar nicht unbedingt die technischen Fortschritte. Da haben wir wirklich vieles erreicht, was unser Leben besser macht. Ich meine vor allem die Art, wie wir miteinander umgehen. Und die ist rauer geworden, gar keine Frage. Sehr viel rauer.

Schon allein die Frage, welche Maßnahmen gegen Corona helfen und welche nicht, entzweit unsere Gesellschaft. Freundschaften gehen daran zu Bruch, weil die einen der Meinung sind, das sei alles eh nur erfunden und ein Angriff auf die persönliche Freiheit, während die anderen versuchen, möglichst verantwortungsvoll und vorsichtig damit umzugehen. Haben Sie schon mal eine ruhige Diskussion darüber erlebt? Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, wo es ohne Streit abging. Ansonsten wird geschimpft, gelästert, beleidigt und provoziert.

Predigt: Was soll denn dieser Predigttext zur Taufe?
Heiko Kuschel 19. Juli 2020 - 10:49

Nee, also das geht ja irgendwie gar nicht, dieser Text. Was soll der denn bitteschön am Taufsonntag? Hier geht‘s doch gar nicht um die Taufe. Hier geht‘s um den Bund Gottes mit Israel. Ehrlich, an manchen Stellen frage ich mich, was sich die Perikopenkommission so gedacht hat, als sie die neuen Predigttexte rausgesucht haben. Ich werd mich jetzt da mal beschweren. Kleinen Moment bitte. Ich ruf da jetzt mal an.

Hallo, ist da die Perikopenkommission? Hier ist Pfarrer Kuschel aus Schweinfurt. Ich stehe hier grade auf der Kanzel in St. Salvator. Ja, Frau Müller, hallo, entschuldigen Sie, dass ich Sie am Sonntagmorgen störe, aber ich frage mich wirklich, was Sie sich dabei gedacht haben, dass Sie den heutigen Predigttext auf den Tauferinnerungssonntag gelegt haben. OK, er ist eigentlich viel zu schade, um so ein Schattendasein zu führen wie bisher. Da war er am Israelsonntag einer von diesen sogenannten „weiteren Texten“. Aber zur Taufe? Entschuldigung, darum geht‘s doch hier gar nicht!

Ansprache beim MehrWegGottesdienst am 9.10.: Wohl wollen

 

 

Wohl wollen.

Pinguin sein.

Genau wissen, was gut ist.

Und dann zögern.

Zurückschrecken.

Gar nichts tun.

Rumstehen.

Ratlos sein.

Noch ein Versuch.

Wohl wollen.

Pinguin sein.

Ach, es gäbe so vieles anzupacken, so vieles.

Die Welt nur ein kleines bisschen schöner machen.

Ansprache beim MehrWegGottesdienst am 12.6.2016: Kompliment!

Liebe Gemeinde!

Super! Sie sehen heute richtig klasse aus. Es ist so toll, dass Sie gekommen sind. Was wären wir nur ohne Sie? Sie haben jetzt schon so toll mitgesungen, mitgemacht. Ein Gottesdienst ohne Gemeinde wäre ja schließlich überhaupt nichts. Und die schönen Beiträge in der Mehrwegphase! Da haben Sie sich richtig viele Gedanken gemacht. Nachher werden wir noch einige der Fürbitten vorlesen, aber eigentlich wären sie alle miteinander geeignet, vorgelesen zu werden. Schade, dass es einfach zu viele sind. Ich bin richtig stolz darauf, Teil dieser Gottesdienstgemeinde zu sein.

OK, merken Sie was? Wie geht’s Ihnen mit dieser Lobhudelei? Bisschen viel auf einmal, oder?

Wagenkirche: Repair Café

Wagenkirche am 17.4.2015

Test. Test. Dieses blöde Mikrofon. Jetzt ist das Ding schon wieder kaputt.

Wir hatten die Anlage doch erst eingeschickt zum Reparieren!

Ich glaub, wir brauchen doch mal eine neue. Schmeiß das Ding auf den Müll! Das nervt mich nur noch.

Also, besonders nachhaltig und umweltfreundlich ist das aber nicht, wenn wir unsere Verstärkeranlage gleich bei den ersten Problemen wegschmeißen. Und eine neue kostet ja auch einen Haufen Geld.

Logo Repair CaféJa, natürlich, da hast du Recht. Da reden wir immer von verantwortungsvollem Umgang mit den Ressourcen unserer Welt – und kaum ist mal was kaputt, zack, weg damit.

Ich hätte eine bessere Idee. Lass uns die Anlage doch morgen mal zum Repair Café bringen.

Wagenkirche: Abgestürzt: Die Mitmenschlichkeit

Wagenkirche am 27.3.2015

So, endlich ist die Wagenkirche wieder unterwegs. Hat mir schon gefehlt, jetzt in der Winterpause.

Ja, das stimmt! Allerdings wäre ich doch gerne mit einem fröhlicheren Thema wieder eingestiegen als das, was heute alle beschäftigt.

Ja, das stimmt. Dieser Flugzeugabsturz und alles, was da drumherum nun bekannt wird, das ist einfach nur grauenvoll. Unvorstellbar.

Wagenkirche: fröhliches Fasten!

(Heiko verteilt Ostereier)

He, sag mal, Heiko, bist du nicht viel zu früh dran?

Wieso? Schokolade kann man nie genug haben. Macht glücklich, hab ich mir sagen lassen.

Aber es ist doch noch gar nicht Ostern!

Ähm – stimmt. Da hast du natürlich Recht. Heute in einer Woche ist erst mal Karfreitag.

Eben. Und dann kommt erst das Osterfest!

Ja. Und ganz viele verzichten ja jetzt in der Fastenzeit auf irgend etwas. Zum Beispiel auf Schokolade. Ich ja auch. Aber trotzdem finde ich das nicht so schlimm, wenn wir heute schon Schoko-Ostereier verteilen.

Das verstehe ich nicht. Auf der einen Seite sagst du, wir sind in der Fastenzeit, und dann verteilst du Ostereier?

Ja! Denn auch die Fastenzeit soll ja nicht eine Zeit sein, in der wir nur griesgrämig in die Gegend schauen. Ich finde: Uns Christen sollte man daran erkennen, dass wir fröhlich und erlöst wirken. Und Fasten – das ist dann nicht „ach, mir geht's sooo schlecht, weil ich jetzt keine Schokolade essen kann oder keinen Kaffee trinken kann“ oder sonstwas. Sondern das ist: „Mir geht's gut. Denn ich merke: Ich bin von diesen Dingen nicht abhängig. Ich kann auch mal eine Weile ohne auskommen.“

Ein fröhliches Fasten sozusagen? 

Natürlich ist die Fastenzeit auch eine Zeit des Nachdenkens, der ernsten Gedanken und oft auch der Trauer. Aber wir wissen doch, was am Ende steht. An Ostern feiern wir, dass Jesus auferstanden ist!

Bis dahin ist es noch gut eine Woche. Wir wünschen Ihnen, wenn Sie fasten, dass sie es nicht als Einengung empfinden, sondern als etwas Befreiendes. Und dann wünschen wir Ihnen ein wirklich frohes Osterfest!

Mehr Fehlertoleranz!
Heiko Kuschel 17. Februar 2014 - 9:38

Vor vielen Jahren, ich war noch Student, ging ich irgendwo in Deutschland zu einem Arzt. Über meine Eltern war ich damals privat krankenversichert. Der Arzt erzählte mir, er unterstütze mit allen Honoraren, die von Privatpatienten kämen, eine wirklich wichtige soziale Einrichtung, und fragte mich, ob er nicht ein wenig mehr aufschreiben könne, die Kasse zahle es ja. Ich war ein wenig überrumpelt und sagte erst mal ja.

Wagenkirche: Gott mag braune Lebkuchen

 

Lebkuchen verteilen an die Leute

Ja, so langsam können wir wieder anfangen, das ohne schlechtes Gewissen zu essen. Im August regen sich alle drüber auf, wenn die Lebkuchen im Geschäft stehen, aber jetzt, finde ich, dürfen wir das schon. Auch wenn's noch ein bisschen hin ist bis zum 1. Advent.

Ich mag die auch total gern. Vor allem die mit Schoko.

Ach wie klasse, ich mag die weißen viel lieber. Können wir uns ja zusammentun.

Nur die armen braunen, die bleiben immer übrig.

Gott sagt Ja

Predigt am 4. Sonntag im Advent 2011
18.12.2011, Schonungen

Text: 2. Kor 1, 18-22 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Liebe Gemeinde!

Ehrlich gesagt, diesen Predigttext musste ich zweimal lesen, bis ich verstanden hatte, was Paulus uns hier sagen möchte. Was war das mit „Ja“ und „Nein“? Wer sagt jetzt Ja, wer sagt Nein? Bei genauerem Hinsehen wurde es aber schnell ziemlich klar – und ich habe mich über diesen Text für heute sehr gefreut. Ich lese ihn nochmal vor und lasse ein paar nicht so zentrale Sätze weg.

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.

Es geht also um eine ganz einfache und doch ganz elementare Frage:
Wie steht Gott zu uns?

Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte dazu erzählen. Und sicher fallen Ihnen Tausende ähnliche ein, die Sie selbst erlebthaben.