Gott ist die Tasse Kaffee im Leben
In einer Woche ist schon Gründonnerstag. Die Zeit rast nur so dahin. Bald ist die Fastenzeit wieder rum.
Ich weiß nicht, ob Sie in diesem Jahr etwas fasten. Süßigkeiten, Chips, Fernsehen, unnötige Autofahrten, es gibt so vieles, wovon man sich mal für eine Weile frei machen kann. Die Aktion „Sieben Wochen ohne“ lädt dieses Jahr ein zu „Sieben Wochen ohne Härte“. Mehr Gefühl. Mehr Verständnis für andere. Eine schöne Idee, finde ich.
Vor vielen Jahren hab ich mal spontan am Aschermittwoch beschlossen: Ich verzichte auf Kaffee.
Uff.
Das war ... nun ja. Irgendwann dann doch erstaunlich einfach. Ich habe in der Tat mehr auf meinen Körper geachtet. Mir mehr Pausen gegönnt und sie nicht einfach mit Koffein übersprungen. Trotzdem: Das würde mir schon echt schwerfallen, das zu wiederholen.
Predigt beim MehrWegGottesdienst: Hast du was an den Ohren?
Schon wieder diese Klangschale. Uff. Vorhin im Anspiel hab ich gesagt, dass mich das eher nervt als beruhigt, und ja, das ist wirklich so.
In der Geschichte von Maria und Martha, die wir am Anfang gehört haben, bin ich wohl eher die Martha. Die, die gleich in Aktion verfällt.
Das hier ist noch zu erledigen.
Und jenes.
Und alles ganz dringend, und wir haben ja Gäste, da muss alles perfekt sein!
Predigt: „Ein Leben lang bereit sein, Chancen zu ergreifen“
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrkräfte, liebe Eltern, alle, die heute hier sind!
Herzlichen Glückwunsch! Sie haben’s geschafft! Heute gehen Sie hier raus und dann – nie wieder Schule!
Ja, haha. Natürlich irgendwie schon. Aber Sie haben’s ja schon in Ihrem Motto stehen, das Sie für den heutigen Tag gewählt haben. Stehenbleiben ist nicht. Jedenfalls nicht lang. Und gerade in der Landwirtschaft kann man vieles nicht so einfach liegenlassen. Da muss man sowieso immer schauen: Was ist gerade dran? Was ist nötig? Und oft genug sicher auch: Was kann ich gerade mal liegenlassen?
Dass die nächsten Jahre und Jahrzehnte für landwirtschaftliche Betriebe herausfordernd sein werden, brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Das wissen Sie besser als ich. Und trotzdem haben Sie sich dafür entschieden, diesen Beruf zu ergreifen. Wirklich, Respekt für diesen Mut!
Wort in der Mitte bei der Vesperkirche: Christsein-Üben in der Vesperkirche
Wort in der Mitte bei der Vesperkirche Schweinfurt am 27.1.2026
Liebe Vesperkirchengäste, liebe Gastgeberinnen und Gastgeber!
Wer von Ihnen hat’s gestern in die Vesperkirche geschafft?
Und wer ist sicherheitshalber zu Hause geblieben?
Ich hoffe, Sie sind alle gut durch den Schneetag gekommen.
Ich musste gestern tatsächlich ein kurzes Stück mit dem Auto fahren. Gekommen bin ich ungefähr zwei Meter. Dann stand das Auto quer über der Straße, hing in den Spurrillen fest und es ging nicht mehr vor und nicht zurück.
Predigt: Trotzig, mutig, voll Vertrauen singe ich im Dornenwald
Tochter Zion, freue dich!
So haben wir gerade gesungen.
Elisabeths Kind hüpft in ihrem Bauch voll Freude.
So haben wir im Evangelium gehört.
Und dann dieses berühmte Lied Marias. Ihr großer Lobgesang.
„Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes!“
Freude über Freude. Gott scheint so nah zu sein!
Alles ist schön! Alles ist gut! Licht, Freude, Leben.
Doch ich, ich seufze.
Mein Gebet klingt anders.
Gott. Mein Gott!
Wie gern würde ich das:
Dich erheben.
Auf, meine Seele, erhebe Gott!
Mein Geist freue sich!
Nun freu dich schon!
Nicht mehr viel da, was ich erheben könnte.
Alles zugeschüttet von den Nachrichten dieser Welt.
Von den Sorgen.
Den Ängsten.
Von all dem Schrecklichen, das uns umgibt.
Ein dunkler Dornwald der Ängste, des Hasses, des Todes.
Maria, kennst du das nicht auch?
Predigt beim Motorradgottesdienst: Abgefahren!
Lieber Michael, da hast du dir ja ein ganz schön abgefahrenes Thema ausgedacht, Hut ab, ich mag so Wortspiele total gerne!
Danke, das freut mich!
„Abgefahren – das kann man ja auf viele Arten sagen. Wenn’s um Motorräder geht, heißt es meistens: Die Saison ist rum. Aber wenn’s um den Glauben geht, heißt es vielleicht: Da ist was passiert, was mich bewegt hat. Gut oder schlecht, jedenfalls: Abgefahren.
Wir sind vermutlich alle viele Straßen abgefahren in diesem Sommer und haben abgefahrene Dinge erlebt. Ihr habt euch gerade gegenseitig davon erzählt. Wahrscheinlich war da viel Schönes dabei, aber auch manche weniger schöne Situation. Aber jetzt will ich erst mal auf das Schöne schauen. Hast du denn was besonders Schönes erlebt in diesem Jahr?
Predigt beim Schulanfangsgottesdienst der Landwirtschaftsschule: Verwurzelt und verzweigt
Liebe Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftsschule, liebe Lehrkräfte,
dieser erste Schultag in diesem Schuljahr ist einer der schwersten, den die Schule seit langem hatte. Denn einer von Ihnen ist auf einmal nicht mehr da. Er wird fehlen, in der Klasse, im Freundeskreis. Es ist in Ordnung, traurig zu sein in diesen Tagen. Es ist aber auch in Ordnung, zu lachen, fröhlich nach vorn zu blicken, denn beides gehört zum Leben.
Als ob das Leben als Landwirt nicht schon schwierig genug wäre. All die Unsicherheiten, die Verantwortung, die Vorschriften und Regelungen, die Auswirkungen des Klimawandels und und und.
Hier, in dieser Schule, da gehen Sie diese Probleme an. Sie lernen, wie man die Probleme anpackt. Sie entwickeln neue Perspektiven, vielleicht auch ganz neue Ideen für den eigenen Betrieb.
Es ist gut, eine feste Grundlage zu haben für diese schwierige Aufgabe.
Ansprache beim MehrWegGottesdienst: Gott sei Dank!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Ja, mit diesem Satz beende ich oft meine Predigten.
Ehrlich gesagt: Da hab ich nie groß drüber nachgedacht.
Ich hab das schon als Jugendlicher gehört,
von den Pfarrern, die mich geprägt haben.
Und es ist schön.
Da ist Friede drin.
Und Bewahrung in Jesus Christus.
Und heute, bei diesem Thema, da passt dieser Satz aus dem kurzen Philipperbrief ganz wunderbar. Vor allem, wenn wir ein bisschen vorher anfangen zu lesen. Es ist der Abschluss des Buches, ein Segenswunsch. Und er geht so:
Predigt zum Erntedankfest: Brot brechen, Welt verändern
Liebe Gemeinde, liebe Trachtler,
Es sind unruhige, unsichere Zeiten, in denen wir leben. Vor lauter Krisen weiß man gar nicht mehr, wo man hinschauen soll – oder vielleicht: Wo man wegschauen soll. So viel haben wir überstanden in den letzten Jahren, Corona, Wirtschaftskrise, Inflation. Aber so richtige Aufbruchsstimmung kommt nicht auf, so sehr die Politik auch versucht, sie zu beschwören.
Fast so wie im dritten Teil des Jesaja-Buches, aus dem unser heutiger Predigttext stammt: Der „Tritojesaja“ entstand wahrscheinlich nach dem Ende des babylonischen Exils. Das Volk Israel war wieder zu Hause, aber die große Hoffnung auf eine erneuerte Gesellschaft, einen neuen Anfang in einer neuen Zeit, die erfüllte sich nicht einfach so. Stattdessen herrschten soziale Spannungen, Armut und Ungerechtigkeit.
Für Jesaja – oder wer immer diesen dritten Teil geschrieben hat – waren diese sozialen Fragen ganz grundlegend auch für den Glauben. Kurz vor unserem Text wendet er sich gegen das „falsche Fasten“, das nur auf Selbstdarstellung zielt. Richtiges Fasten? Das ist: Für Gerechtigkeit sorgen. Den Armen beistehen. Für die Entrechteten da sein. Hungrige speisen, Arme aufnehmen, die Nackten kleiden. „Brich mit den Hungrigen dein Brot!“
Predigt an Nachkirchweih: „Wer tut, was Gott will, der gehört zu meiner Familie“
Liebe Planpaare, liebe Gemeinde,
was für eine Geschichte!
„Jesus, deine Familie ist da!“
„Ach was, die hier um mich rum, das ist meine Familie!“
Ziemlich krass, finde ich.
Und gleichzeitig erleben wir bei unserer Kirchweih ja genau das Gegenteil:
Was wärt ihr, die Planpaare, in diesen Wochen ohne eure Familien?
Viele packen mit an, springen ein, wenn jemand ausfällt,
halten euch den Rücken frei.
Und wo es in einer Familie schwierig ist, da sind andere da,
Freunde, Nachbarn, viele weitere.
Und damit sind wir dann schon mitten im Evangelium.
Denn genau darum geht es Jesus.
Er weitet den Blick: Familie – das sind nicht nur die Blutsverwandten.
Familie – das sind alle, die Gottes Willen tun, sagt Jesus.

