Predigt zur Abschlussfeier der Landwirtschaftsschule: Menschen ernähren

„Menschen ernähren statt Medien füttern“. Dieses Motto haben Sie sich für Ihre Abschlussfeier gegeben, liebe – nun muss ich ja sagen: ehemalige – Schülerinnen und Schüler. Als ich das gesehen habe, hab ich mir gedacht: Hach ja. Genau. Geht mir ganz genauso. So wichtig Medien sind: Langsam geht mir vieles davon ziemlich auf den Geist. Ich will auch Menschen „ernähren“, sozusagen, halt nicht mit Nahrungsmitteln für den Körper, sondern für den Geist.  Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Sie da richtig verstanden habe. Für mich steckt da auch ein tiefer Seufzer drin, dem ich mich genau so anschließen kann: Wir wollen doch nur unsere Arbeit gut machen, zum Wohl der Menschen, wir jeweils auf unsere Weise. Und dann wird schon wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Irgend jemand aus unserer Berufsgruppe hat wieder mal einen blöden Satz gesagt. Irgend jemand hatte seinen Betrieb nicht im Griff, hat grobe Fehler gemacht – und alle hängen mit drin. Oft genug wird da nicht differenziert. Ist eigentlich völlig egal, ob das der jeweils neueste Fleischskandal ist oder ein Finanzskandal in einem Bistum oder einem evangelischen Dekanat. Gleich heißts wieder „die sind alle so!“ - dabei versuchen wir doch alle unser Bestes.

Texte der "Klänge in der Nacht" am 9.3.2018

Ich bin Mose. Vor über 300 Jahren stellte man mich unter diese Kanzel. Als ein Zeichen für die Menschen: Die Predigten hier, sie stehen auf dem Grund der Zehn Gebote. Die Predigten, die hier gehalten werden, sie fußen auf dem Alten Testament. Ihr habt gemeinsame Wurzeln mit dem Judentum. Manchmal, in eurer Geschichte, da wäre es gut gewesen, ihr hättet auf dieses Zeichen geachtet. Ich bin Mose. Vor über 300 Jahren stellte man mich unter diese Kanzel. Ich habe alles gesehen, alles erlebt. Ich habe euch lachen sehen und weinen, zweifeln und hoffen, feiern und klagen.

Predigt beim MehrWegGottesdienst 4.3.18: Notverwandte

Notverwandte.
Was für ein seltsames Wort.
Was haben wir uns selber im Team geärgert über dieses Thema.
Warum nicht mal was einfaches?
Nein, „Notverwandte“ musste es sein.
Elinors Hunde waren Schuld.
Denn die mussten miteinander auskommen, ob sie wollten oder nicht. Und dann fiel im Team dieses Wort: Sie sind Notverwandte. Nun, warum auch nicht?
Notverwandte.
Ein neu erfundenes Wort. Von Margit.
Notverwandte.
Ein schillerndes Wort.
Verwandte in der Not?
Menschen, die die gleiche Not mit sich herumtragen wie ich?

Wort in der Mitte: Vergnügt, erlöst, befreit

Wort in der Mitte bei der Vesperkirche Schweinfurt

Liebe Gäste der Vesperkirche, liebe Gastgeberinnen und Gastgeber,

Vorgestern hatte ich eine für einen Pfarrer wohl eher ungewöhnliche Kopfbedeckung auf. Da saß ich nämlich in Gochsheim im Elferrat auf der Bühne bei der Faschingssitzung.

Wort in den Tag: Königskinder

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Wenn‘s dieses Wochenende an der Tür klingelt, ist es vielleicht mal nicht der Paketbote. Sondern Segensboten: Die Sternsinger. Verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland plus Stern gehen sie von Haus zu Haus und singen. Sie schreiben CMB an die Türen – Caspar, Melchior, Balthasar oder die Abkürzung für das lateinische „Christus segne dieses Haus“. Sie bringen Segen – und sie nehmen Segen mit. Für andere.

Wort in den Tag: O du fröhliche

Liebe Hörerinnen und Hörer!

O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit. So haben wir erst vor gut einer Woche vermutlich in fast allen Kirchen gesungen. Noch stehen die meisten Weihnachtsbäume, aber die Weihnachtsfreude ist schon fast wieder vergessen. So langsam holt uns der Alltag wieder ein.

Wort in den Tag: Fürchtet euch nicht!

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Jetzt sind wir schon mittendrin in der ersten Woche des neuen Jahres. Alles ist offen. Vieles kann passieren. Wie blicken Sie nach vorne?

Ich habe den Eindruck, dass sich ein Gefühl bei uns immer mehr ausbreitet: Die Angst. Angst vor der Zukunft, vor Überfremdung. Angst vor Veränderungen. Angst vor dem Klimawandel. Und und und.

Wort in den Tag: Diesen Tag gibt es nicht!

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Ich muss Ihnen leider mitteilen: Diesen heutigen Tag gibt es gar nicht. Der 2. Januar 2018 existiert einfach nicht. Na ja, jedenfalls nicht auf meinem uralten Datumstempel im Büro. Der geht nämlich nur bis 2017. Ist mir erst letzte Woche aufgefallen.

Klar, das Problem ist leicht zu lösen, einfach einen neuen kaufen. Aber irgendwie gefällt mir das auch. Jetzt bin ich sozusagen aus der Zeit gefallen. Ziemlich überraschend und unerwartet.

Wort in den Tag: Neujahr

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben‘s überstanden. Möglicherweise sind Sie noch ein wenig verkatert von der Feier der letzten Nacht. Vielleicht ist für Sie heute aber auch ein ganz normaler Tag. Weil Sie sich nichts aus dem Silvestergeknalle machen. Oder weil Sie heute arbeiten müssen. Pflegeberufe, Notdienste, Polizei und Feuerwehr, natürlich auch die Leute hier bei Radio Primaton. Danke Ihnen allen für Ihren Dienst.

Predigt zu Silvester: Fürchtet euch nicht - Gott ist euch hold
Heiko Kuschel 31. Dezember 2017 - 13:08

Liebe Gemeinde!

Es tut mir Leid, Ihnen das sagen zu müssen. Es gab ja schon so viele Weltuntergangsprophezeiungen, die sich alle nicht erfüllt haben, aber diesmal ist es wirklich und eindeutig nachweisbar wahr: Heute ist das absolute Ende! Der allerletzte Tag. Das Jahr 2018 wird es nicht geben. Na ja, jedenfalls nicht für meinen alten Büro-Datumsstempel. Der hat nämlich nur die Jahre 2006 bis 2017, wie ich letzte Woche etwas verblüfft festgestellt habe. Jetzt kann ich also entweder mit 2006 wieder anfangen oder mir einen neuen kaufen, ist ja auch kein großes Problem. Oder ich mache erst mal weiter mit dem 32. bis 99. Dezember, aber das wäre wohl eher verwirrend. Also: Das Ende ist nah!