Nullsquare

Maria Herrmann hatte es auf dem Relicamp12 empfohlen und ich installierte es noch während ihres Vortrags: Foursquare. Tolle Sache, um zum Beispiel auch Touristen, die in der Kirche einchecken, neue Informationen weitergeben zu können, meinte sie. Ganz neue Wege könnte ich damit gehen. Online natürlich, was ich ja sowieso gerne mache.

Ungefähr ein halbes Jahr lang habe ich das jetzt ausgiebig getestet. Was hat es mir gebracht?

 

  • Ich bin Bürgermeister der Bushaltestelle „Gochsheim-Südost“ und meines Büros. Da checkt sowieso niemand ein außer mir.
  • Ich bin außerdem Bürgermeister von einigen anderen Orten, die grob meinen Vorlieben und Interessen entsprechen. Unter anderem vom zentralen Busbahnhof „Roßmarkt“, wo schon etwas mehr los ist – immerhin 30 verschiedene Personen haben dort schon eingecheckt.
  • In der St. Johannis-Kirche Schweinfurt, deren Bürgermeister ich natürlich ebenfalls bin, hat seitdem exakt eine Person eingecheckt. In Worten: 1.
  • Einer meiner Foursquare-Bekanntschaften machte in meinem Lieblingsort in Holland Urlaub. Den habe ich mit einigen Tipps versorgt, wo man gut essen kann und so weiter.
  • Für eine Woche war ich Bürgermeister eines kleinen Dorfes in Holland. Das war irgendwie ein schönes Gefühl.
  • Einmal war ich sogar an einem Ort, an dem mit mir gleichzeitig acht weitere Personen eingecheckt waren. Ach so, ja, das war der Frankfurter Flughafen.

Irgendwie finde ich es seltsam, dass das trotz allem auch Spaß macht, dieses Foursquare. Mich interessieren gar nicht so sehr die Punkte und Badges, die man da erwerben kann. Es ist eher so ein bisschen Voyeurismus („wo sind denn die anderen gerade?“) und Exhibitionismus („Schaut mal, wo ich gerade bin!“)

Gelernt habe ich: So gut wie alle meine Schweinfurter Foursquare-Bekanntschaften besuchen regelmäßig McDonalds und/oder Burger-King, außerdem die Stadtgalerie. Das sind die Orte, die mir Foursquare immer wieder empfiehlt. OK, außerdem noch die Ledward Barracks der US-Army (haha) und die Waldgaststätte Schießhaus. Dass es ein schwerwiegender Fehler ist, diesen Ort noch nie besucht zu haben, weiß ich allerdings auch ohne Foursquare. Alles kein wirklicher Mehrwert für mich. Alle, wirklich alle empfohlenen Orte kenne ich schon, wenn ich auch in zwei, drei davon nocht nicht selber war.

Einmal hätte mich Foursquare allerdings vor einem Fehler bewahren können, hätte ich früher eingecheckt. Das war bei einer Autobahn-Raststätte, die ausschließlich negative Kommentare erhalten hat. Na ja. Nach dem (schrecklichen) Essen einchecken und selbst kommentieren hilft dann auch nicht mehr so wahnsinnig viel.

Vielleicht ist Schweinfurt einfach zu klein für so eine Anwendung. Oder die Durchdringung mit mobilen Geräten noch nicht groß genug. Oder ich hab's falsch angepackt. Jedenfalls: Für mich ist die Testphase beendet, mit dem Ergebnis: Brauch ich erst mal nicht. Ihr braucht auch nicht wirklich zu wissen, wann ich wo Essen oder Einkaufen gehe.

Ich bin jetzt nur gespannt, welche Methoden Foursquare aufbietet, um mich zum Weitermachen zu animieren. Und wer Bürgermeister von Gochsheim-Südost wird.