Fürchtet euch nicht!

"Wort in den Tag" bei Radio Primaton

Liebe Hörerinnen und Hörer,

Stille Nacht. Selten hat das Lied so gepasst wie in diesem Jahr. Die Straßen leer und verlassen, die Weihnachtsfeiern klein, viele Menschen einsam zu Hause. Wie wird das alles noch werden? Wie lange werden wir noch diesen Lockdown ertragen, mit-tragen müssen?

Predigt zu Weihnachten: Freudenboten? Ach was.

Freudenboten.

Die Heil verkünden.

Ach was.

Könnten wir auch mal gebrauchen.

Wär doch eigentlich schön, Gott.

Komm doch her, heile uns.

Hier ist alles kaputt.

Die Menschen sterben.

Hunderte jeden Tag.

Und andere meinen, das sei nicht so schlimm,

Hauptsache, die Läden würden wieder aufmachen,

und sie dürften wieder feiern gehn.

Predigt am Heiligen Abend 2020: Es ist ein Ros entsprungen

Es ist ein Ros entsprungen, so haben wir es vorhin gehört. Dieses wunderschöne Weihnachtslied, quasi eine Vertonung unseres heutigen Predigttextes. Geschrieben in einer Zeit, in der die Israeliten dachten: Bald ist es vorbei.

Der Prophet Jesaja kündigte es an, das Ende. Das Bablonische Exil, das dann ja auch kam. Der Baum wurde gefällt, da wuchs nichts mehr. Die Oberschicht verschleppt ins Babylonische Exil, der Rest weitgehend geflüchtet in die andere Richtung, nach Ägypten. Israel? Nur noch ein abgehauener Baumstumpf. Nichts mehr da. Keine Hoffnung mehr. Keine Zukunft mehr.

Wie so ein abgehauener Baumstumpf fühle auch ich mich in diesen Tagen oft. Nach diesem Corona-Jahr voller Einschränkungen, voller Sorgen, voller nicht mehr gültiger Selbstverständlichkeiten. Hätten wir uns das jemals träumen lassen, dass Geschäfte und Schulen schließen oder dass wir mit großem Abstand, mit Masken und ohne selbst zu singen hier draußen stehen würden am Heiligen Abend?

Predigt: Freut euch!

Liebe Gemeinde!

Bitte freuen Sie sich jetzt.

Los jetzt.

Freuen ist angesagt, hopp hopp!

Juhu!

Hosianna!

Nein, so funktioniert das nicht.

Freude auf Knopfdruck – noch dazu in einer Kirche auf Abstand, mit Maske, ohne die schönen Lieder selber singen zu können, mit vielen Sorgen beladen – das wird nichts.

Und doch sagt es der Prophet Sacharja zur Tochter Zion, das ist ein poetischer Name für die Stadt Jerusalem: Freue dich sehr!

Wie wird Weihnachten?

Liebe Hörerinnen und Hörer!

In einer Woche ist erster Advent. Und ehrlich: Wir Pfarrerinnen und Pfarrer waren wohl selten so beschäftigt mit Weihnachten wie dieses Jahr. Wie soll das werden mit den Gottesdiensten? Wie können wir den vielen gerecht werden, die die Weihnachtsgeschichte hören wollen, und trotzdem die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten?

langer Atem

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Fast drei Wochen sind wir jetzt schon in diesem Lockdown light. Und ich vermute, das wird noch ein schwieriger und oft einsamer Winter, der da vor uns liegt. Wie soll das an Weihnachten werden? Wie wird’s im Januar und Februar? Wie wird das finanziell weitergehen, wie können wir aber auch der Einsamkeit vieler Menschen entgegenwirken? 

Ihr Otterngezücht!

Ihr Otterngezücht, was hat euch so gewiss gemacht, dass ihr, ausgerechnet ihr, dem Zorn Gottes entrinnen werdet?

So predigt Johannes der Täufer. Steht in der Bibel, Lukas 3, kurz nach der Weihnachtsgeschichte.

Poh, so dürfte ich heute aber nicht mehr predigen. Ich hoffe, Sie haben nicht gleich abgeschaltet. Aber heute ist ja Buß- und Bettag. Heute geht’s genau darum: Selber mal darüber nachzudenken, was in meinem Leben falsch gelaufen ist. Und dann zu überlegen:

Wie kann ich’s besser machen?

alles neu

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Wenn Sie das hier hören, sitze ich gerade in einer Tagung. Zu Hause. Eine Videokonferenz mit über 400 Teilnehmenden, die alle irgendwo im Büro oder im Home Office oder sonstwo sitzen. Und doch wird es fast so sein wie früher, mit Vorträgen und Kleingruppen, mit Kaffeepausen und was zu einer Tagung alles dazugehört. Den ganzen Tag.

And strike and strike!
Heiko Kuschel 16. November 2020 - 9:50

Schlag zu, schlag zu, schlag zu, schlag zu!“ 

Ja, liebe Leute, diese Radioandacht ist mal anders. Christian Schwarz ist schuld, der meinte: Das wär doch mal was Neues.

„And strike and strike and strike!“ Die Predigerin Paula White aus den USA predigt so, vielleicht haben Sie’s gesehen, ging rum in den Sozialen Medien.

"Hoffnungsfenster": Video-Predigtslam am vorletzen Sonntag im Kirchenjahr

Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.

Jesus,
sag mal, was erzählst du da? So geht das doch nicht. Also, damit ich das richtig verstehe: Ein Verwalter wird abgesetzt, weil er schlecht gewirtschaftet hat. Und kurz vor der Arbeitslosigkeit holt er die Schuldner seines Herrn und erlässt ihnen einen Teil der Schulden. Und zwar riesige Mengen. Fünfzig statt hundert Eimer Öl, das ist ein Vermögen. Und alles nur, damit er nachher Freunde hat, die für ihn sorgen, eine Hand wäscht die andere.

Und dann? Dann lobt sein Herr auch noch diesen betrügerischen Typen, weil er weise gehandelt hat. Und du sagst:  Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.
Gehts noch, Jesus? Also, dem Rechnungsprüfungsamt darf ich das nicht erzählen. Was soll das? Was soll ich denn da den Menschen heute erzählen? Sollen wir betrügen und lügen? In einer Zeit der Wahlbetrugsvorwürfe in den USA. In einer Zeit, in der sich Firmen mit Unsummen Vorteile in der öffentlichen Meinung verschaffen. Geld ist Macht, und das große Geld ist woanders.

Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon?

So kannst du das nicht gemeint haben, Jesus. Du rufst doch nicht auf zu Lug und Betrug.

Oder doch?