Wagenkirche: Auf ein Bierchen mit Gott

Herzlich willkommen zur Wagenkirche an diesem wunderschönen Tag!

Zwei Männer ziehen ihr Wägelchen durch die Gegend. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Hab ich gestern auch gesehen. Ulli, hol doch mal das Bier raus aus unserm Wagen und mach die Musik an!

So ein Schmarrn. Wir sind doch nicht auf Vatertagstour. Und Bier haben wir auch nicht in unserer Kirche, höchstens noch ne Flasche Wasser.

Könnten wir ja mal einführen. Im Sommer zur Abkühlung, wenigstens einen Schluck Radler. OK, Bier haben wir keines, Musik haben wir höchstens hier auf dem Handy dabei. Aber zwei Männer mit ihrem Wägelchen sind wir immer noch.

Aber Christi Himmelfahrt ist auch schon vorbei. Und wir sind auch nicht zum Saufen da, falls du das noch nicht gemerkt haben solltest.

Ja, stimmt. Wir wollen hier mit den Leuten ins Gespräch kommen. Und ihnen von Gott erzählen.

Gestern war ja auch nicht nur Vatertag. Sondern vor allem Christi Himmelfahrt.

Das passt doch eigentlich ganz gut: Der Tag, an dem Jesus zu seinem Vater zurückgekehrt ist. Und Jesus hat uns gesagt: Gott ist für uns wie ein liebender Vater. Zu ihm können wir mit allem kommen, was uns beschäftigt.

Ja, das passt wirklich gut zusammen!

Gilt aber nicht nur für Vatertag und funktioniert auch ohne Bier.

Mit Gott können Sie reden. Jederzeit und überall. Wo Sie gerade sind.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie mit Gott ins Gespräch kommen. Probieren Sie's doch einfach mal aus! Nehmen Sie sich an diesem Wochenende mal ein paar Minuten Zeit dafür.

Ansprache beim MehrWegGottesdienst: Allmächd, a Katholik!
Heiko Kuschel 19. November 2013 - 10:47

Frieden, fertig, aus!

(salbungsvoll) Liebe Gemeinde!
(erschrickt) Allmächd!

Was ist denn?

(zeigt auf Ulli) A Katholik!

(erbost) Sag mal, was soll das denn? Ich dachte, wir machen hier einen ökumenischen Gottesdienst? Und jetzt fängst du mit so was an?

Keine Angst. Ich wollte doch nur was zeigen.

Was denn?

Predigt: Himmel auf Erden
Heiko Kuschel 25. Dezember 2012 - 12:23

Liebe Gemeinde!

Ich hoffe sehr, dass Sie gestern einen richtig schönen Abend hatten. So, wie es halt das Klischee ist: Im Kreis der Familie, gutes, aber einfaches Essen, Geschenke, vielleicht ein wenig Musik. Kerzenlicht, alle freuen sich.

Ja, danach sehnen wir uns. Ich glaube, es ist gar nicht so sehr ein Klischee, sondern eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Einer Welt, in der es keinen Streit gibt und keine Eifersüchteleien. Einer Welt, in der man sich einfach fallen lassen kann, zur Ruhe kommen kann, die Gemeinschaft mit anderen genießen kann. Ein Stück Himmel auf Erden.

War es bei Ihnen so, gestern? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch. Wenn nein: Machen Sie sich nichts draus. Das ist doch normal, und dieses Bild von der heilen Familie, das macht einem höchstens ein schlechtes Gewissen, wo gar keines nötig wäre.

Wagenkirche: Jede Menge Spaß mit Petrus

Wagenkirche am 18.11.11

So, bald können wir wieder Kerzen anzünden am Adventskranz und so. Eine Woche noch. Aber vorher ist ja nochmal ein ziemlich ernster Sonntag.

Du meinst den Totensonntag, oder?

Ja. Aber bei uns Evangelischen hat der einen viel schöneren Namen. Ewigkeitssonntag. Da geht's nicht nur drum, dass wir Menschen vermissen, die schon gestorben sind. Sondern darum, dass wir auf ein ewiges Leben hoffen.

Fragt sich, wie das aussieht, das ewige Leben. Ob wir da dann auch jeden Freitag mit der Wagenkirche rumziehen?

Wo ist der Himmel?

Predigt an Himmelfahrt
Gochsheim, 05.05.05; Schonungen, 02.06.11
Text: 1. Kön 8, 22-24.26-28

Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel 23 und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; 24 der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. 26 Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. 27 Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? 28 Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.

Liebe Gemeinde!

Der große König Salomo, der prächtigste König aller Zeiten in Israel: Er hat einen Tempel bauen lassen. An nichts hat es gemangelt, eine Menge Geld und Arbeit hat dieses Bauwerk gekostet. Nun wird er feierlich eingeweiht. Dabei gibt sich Salomo bescheiden. Er sieht das Bauwerk, das für die Gegend und die Zeit sicher eindrucksvoll war, und trotz der Großartigkeit spürt er: Es reicht nicht. Es ist nicht genug, um Gott zu fassen. Dieser prachtvolle Bau, er ist auch nicht annähernd ausreichend für Gott. Selbst der prachtvollste Bau, vom größten König aller Zeiten gebaut, er reicht nicht aus, um Gott zu beherbergen.
Denn Gott ist groß, Gott ist unfassbar gewaltig. Selbst der Himmel, selbst das Weltall können ihn nicht fassen. Gott, der die Welt geschaffen hat, ist größer als die Welt. Nichts in der Welt kann diesem Gott gerecht werden. Nichts und niemand kann für sich in Anspruch nehmen, diese weit über menschliches Fassungsvermögen hinausgehende Macht fassen zu können. Jeder Versuch, den zu verstehen, der das Universum gemacht hat, ist zum Scheitern verurteilt. Wir verstehen ja noch nicht einmal das Universum geschweige denn seinen Schöpfer.

Salomo hat erkannt: Gott wohnt nicht in diesem Tempel. Die ganze Erde und die Himmel sind sein Werk. Gott sprengt jeden Rahmen unseres Denkens, unserer Vorstellungskraft. 

Aber: Der Tempel Gottes, er wird durch dieses Gebet des Salomo zu einem Ort, an dem wir es spüren können: Gott ist uns nahe. Das können wir zwar überall erfahren, und insofern haben die Menschen schon recht, die sagen: Gott finde ich auch im Wald. Aber trotzdem ist dieser Tempel, so wie für uns jede Kirche, ein besonderer, heiliger Ort. Ein Ort, der uns Zuflucht und Ruhe bereithält. Das ist etwas, was ich besonders in den großen Städten immer schätze, was mich fasziniert und anzieht: Mitten im Verkehrslärm steht eine Kirche, wie eine Insel der Ruhe. Und wenn ich durch die alten Holztüren ins Innere der dicken Mauern trete, dann bleibt dieser ganze Lärm, die Hektik, draußen. Das Hupen und der Motorenlärm dringt vielleicht noch gedämpft zu mir vor – aber innen, da brennen Kerzen, da beten Menschen, da spielt vielleicht irgendwo leise Musik. Da ist Platz zum Stillwerden, zum Innehalten, zum Gebet.

Das andere, was die Kirchen für uns so wichtig macht, das ist eben die Gemeinschaft. So, wie wir hier heute sitzen, so wie wir Sonntag für Sonntag zum Gebet zusammenkommen, so sind wir als eine Gemeinschaft aufeinander angewiesen. Wir können füreinander beten, wir können uns umeinander sorgen, wir merken vielleicht, wenn jemand nicht mehr kommen kann, weil er oder sie krank ist. Und wir stehen in einer langen Tradition von Menschen, die hier an diesem Ort zusamenngekommen sind.

Manchmal erinnere ich daran, wenn wir Kinder an unserem alten Taufstein taufen – dass die Menschen schon vor Jahrhunderten hier zusammengekommen sind, dass sie hier miteinander gefeiert haben, Kinder getauft haben, geheiratet haben und voneinander Abschied genommen haben am Ende des Lebens.

Aber Gott ist größer als das. Größer als unsere Kirchenmauern, das dürfen wir nicht vergessen. Wenn wir auf Jesus sehen, dann kommen ganz andere Orte in den Blick, auf die uns Jesus hingewiesen hat: Die Orte, wo Ausgestoßene leben, wo Krankheit und Not herrschen, wo Menschen einsam sind – gerade dort können wir Gott begegnen. Gerade dort sollen wir als Kirche sein.

Christi Himmelfahrt feiern wir heute – was bedeutet das eigentlich? Wo ist dieser Himmel, von dem wir immer sprechen? Wo wohnt Gott? Im Tempel Salomos, im Wald, in unserer Kirche, in unserem Herzen, irgendwo hinter den Wolken?

Vielleicht könnte man es so sagen: Himmel – das ist nicht das, was irgendwo weit über uns hängt, woraus es heute ein wenig tröpfelt und wo manchmal die Sonne scheint. Der Himmel – das ist überall da, wo Gott wohnt, wo er spürbar wird in unserem Leben. Der Himmel: Das ist der Ort Gottes. Der Ort, wo wir ihm begegnen können. Das kann diese unsere Kirche sein oder eine andere, irgendwo auf dieser Welt. Das kann eine Gemeinschaft von Menschen sein, die sich der Nachfolge Jesu verschrieben haben, so wie die Brüder von Taizé in Frankreich, wo jetzt gerade wieder etwa 100 Schülerinnen und Schüler aus Schweinfurt und Umgebung zu Besuch sind, einige Tage mit den Brüdern und Tausenden von Jugendlcihen zum Gebet zusammenkommen, in kleinen Gruppen miteinander ins Gespräch kommen, mitarbeiten in der Gemeinschaft. Das kann dort sein, wo wir uns mit Wort und Tat für die Menschen einsetzen, die in unserer Welt benachteiligt sind. Das kann dort sein, wo wir einem anderen Menschen mit einem Lächeln begegnen. Wo wir jemandem die Hand zur Versöhnung entgegenstrecken. Wo wir einfach aufmerksam hören und sehen, was unseren Nächsten bewegt, was er oder sie gerade braucht. Da, an diesen Orten, da wohnt Gott. Da, an diesen Orten, da ist der Himmel auf Erden.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alles unsere menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
 

Vom Himmel hoch da komm ich her - Weihnachtspredigt

Predigt an Weihnachten 2009

Gochsheim, 27.12.2009

Text: Vom Himmel hoch
 

1.Vom Himmel hoch da komm ich her,
ich bring euch gute neue Mär;
der guten Mär bring ich so viel,
davon ich singn und sagen will.
2.Euch ist ein Kindlein heut geborn
von einer Jungfrau auserkorn,
ein Kindelein so zart und fein,
das soll eu'r Freud und Wonne sein.
 

Liebe Gemeinde!

Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.

Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.

Mit diesem Slogan sollen - nach England, Spanien und anderen Ländern - nun auch in Deutschland Busse fahren. Die Verkehrsbetriebe aber wollen nicht. Schade eigentlich - ich glaube, die öffentliche Diskussion täte auch uns gut.

Fasching ist der Himmel. Heiko Kuschel 23. Februar 2009 - 13:38

Die fünfte Jahreszeit ist ausgebrochen. Fasching überall. Im Radio läuft Karnevalsmusik, im Fernsehen die Sitzungen. Geschäfte schließen früher, morgen ist Schweinfurt wie umgekrempelt, wenn der Faschingsumzug stattfindet. Manchmal fragen mich Leute, ob man da als Christ eigentlich mitmachen darf. Na klar, sage ich. Gott will doch nicht, dass wir heulend in der Ecke sitzen. Gott will, dass wir uns freuen! Wenn die Bibel vom Himmel erzählt, dann als von einem Ort, an dem Freude herrscht und die Sorgen verflogen sind. Da, wo wir uns freuen, da sind wir Gott und dem Himmel ganz nah.